Nichts für schwache Nerven -nach 1:11- siegt die HSG Leer noch

Am Sonntag, den 13.02.2011 empfingen die Regionsliga-Handballer der HSG Leer den Tabellendritten TUS Norderney. Die Partie war nichts für schwache Nerven, die Leeraner bewiesen abermals, dass es sich lohnt ein Spiel nie aufzugeben. Nach 0:9 und 1:11 gewannen die Ostfriesen noch mit 27:26. „Sensationell was ich da erleben durfte. Die erste Viertelstunde habe ich durch Auswechselungen alles probiert. Erst die Umstellung auf 4:2 im Angriff war die Lösung. Tolle Leistung der Mannschaft, aber für schwache Nerven ist das nichts…,“ freute sich Spielertrainer Helmut Köster. Trainerpartner Ulf Trumpf konnte aus beruflichen Gründen nicht von der Seite coachen.

In der ersten Viertelstunde zeichnete sich ein Debakel ab, die Insulaner spielten die Leeraner an die Wand und zogen bis zur 11. Minute auf 9:0 davon. Spielertrainer Köster versuchte alles, auch die Auszeit beim 6:0 brachte nichts ein. Er selber erzielte dann den ersten Treffer zum 1:9. Dennoch spielte der Tabellendritte, der den 2. Tabellenplatz im Auge hatte, weiter konsequent. So hieß es nach einer Viertelstunde folgerichtig 11:1. Auch den 2. Treffer für die HSG markierte Helmut Köster souverän vom 7-Meter-Punkt. In der Folgezeit spielten die Gastgeber im Angriff mit 2 Kreisläufern, Johannes Schulz half in diesem Spiel kurzfristig aus. Er sorgte mit Lukas Motzek für viele Lücken in der Gästeverteidigung. Sven Wilke nutzte diese jetzt sehr gut aus und erzielte in der 27. Minute das 10:16. In der Schlußminute stieg die Spannung nochmal, erst erziele Helmut Köster abermals vom 7-Meter-Punkt zum 11:17 und dann fing Johannes Schulz den Gästeangriff ab und bediente Sven Wilke im Tempogegenstoß. Dieser wurde zum 12:17 Pausenstand eingenetzt.

Die Pausenansprache war klar, nur noch 5 Tore, das schaffen wir! Und so war es auch, die Abwehr um Lukas Motzek und Matthes Trumpf rührten wieder Beton an. Maurice Bultmann-Krämer partierte diverse Bälle aus dem Rückraum und so gelang in der 43. Minute durch Konstantin Chrysostomou der Ausgleich zum 20:20. Joachim Freese legte nach und die Lerraner konnten erstmals die Führung übernehmen. Diese ließen sie sich auch nicht mehr nehmen, wie aus einem Guss spielten die Gastgeber und ließen den Tabellendritten verzweifeln. Die rund 90 Zuschauen waren aus dem Häuschen, damit hatte von ihnen auch keiner gerechnet. Beim Stand von 27:24 in der 58. Minute war der Drops gelutscht. 2 zu schnell abgeschlossene Bälle, wegen der offensiven 1:1-Manndeckung, brachten die Insulaner nochmal auf 26:27 ran, aber das Spiel gelaufen. „Was für ein Spiel, wer hätte nach dem 1:11 noch dran geglaubt, das wir das gewinnen können. Nervenzerreißend war es, aber stark!“

Aufstellung: M. Bultmann-Krämer (Tor), M. Lücht (Tor), L. Motzek (2), M. Trumpf (4), M. Schulz,  A. Geissler, H. Köster (7/6), J. Freese (2), S. Wilke (8), K. Chrysostomou (2), J. Schulz (1), T. Müller